Die faszinierende Akai MPC3000 – studiert und weitergegeben

Was für ein Glück, wenn der Mensch in seinem Leben Dinge studieren darf, die ihn wirklich interessieren.
Es gibt Musikinstrumente, die einen so legendären Ruf haben, dass sie heute genauso schwer erschwinglich sind wie damals, als sie auf den Markt kamen. Dazu gehört die Akai MPC3000.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Sampling und Sequencing, aber einen Hardware-Drumsampler hatte ich noch nie besessen. Bin ja auch Pianist und brauch so was nicht, dachte ich.
Die alten MPCs sind aber halt Originale, das Maß der Dinge in ihrem Sektor, und ich wollte herausfinden, was ich auf meine Weise damit machen kann. Und ich wollte meine Skills erweitern, um letztlich besser beurteilen zu können, was diese Maschinen können und was nicht. Und eben nicht dauernd auf faule Geschichten reinzufallen, die irgendwer mal im Netz behauptet hat.

Auf das Thema MPC getriggert hat mich die tolle Dokumentation „What The Future Sounded Like“, in der es um Synths und elektronische Musik, vor allem programmierte Musik geht. Weitergehende Recherche, speziell zu dem Konstrukteur der EMS-Synthesizer David Cockerell, brachte mich nämlich zu dem spannenden Feld zurück, von dem ich eh schon lange fasziniert war, nämlich Drum Programming mit Hardware und dem Papa und Philosophen der Drumsampler, Roger Linn. Die beiden Typen haben es nämlich bei der Realisierung der Akai MPC3000 ziemlich krachen lassen auf ihren jeweiligen Spezialgebieten.

Ein leidlich erhaltenes Exemplar fand endlich den Weg zu mir, ich nahm es erst mal auseinander, um es zu reinigen und zu gucken, was da überhaupt drin ist. Es ist konstruiert wie eine alte Maschine, alles gut zugänglich und reparabel.
Alle Taster wurden ersetzt, ein neuer Drehgeber eingebaut, das Display auf ein zeitgemäßes LED umgebaut und eine SCSI2SD-Karte installiert, um auf keinen Fall mit diesen schrecklichen, unzuverlässigen ZIP-Drives arbeiten zu müssen.
Die Pads fabrizierten auch ständig Fehltrigger, also baute ich noch ein neue Triggerfolie ein.
Alles in allem kostete mich das Teil dann etwa 2100 Euro. Eine ganze Menge Geld für völlig überholte Technik.

Aber dann habe ich die gute Maschine mit einer fast ebenso alten Yamaha-Audioworkstation verbunden und losgesampelt und Sequenzen fabriziert.
Die MPC blieb fast vier Jahre in meinem Fundus und dann habe ich sie für das gleiche Geld wieder verkauft, das ich hineingesteckt hatte. Bereichert um eine unvergessliche Erfahrung!

Kleines Klangbeispiel für diese Epoche? Gerne. Einfach „Oktavian“ im Player anwählen – viel Spaß!

Weitere gute Links zum Thema:
How J Dilla humanized his MPC3000“ – ein wahnsinnig toller, informativer und unterhaltsamer Film von Estelle Caswell.
Der House-Producer Ian Pooley zeigt seinen Workflow mit der MPC3000: „Machine Favourites…„.
Gnadenlose Lobhudelei auf die MPC3000: „The Best Drum Machine of All Time

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