No Music on a Dead Planet

Screenshot aus der MDE-Werbung auf Facebook

Alte Haudegen und Newcomer aus der Musikbranche tragen T-Shirts mit diesem Spruch drauf. Was hat es damit auf sich? Wie es scheint, ist hier – endlich! – eine Initiative am Start, deren Anliegen das Verbinden von Klimawandel-Sensibilität und der musikalischen Popkultur ist. Möglichst viele Akteur:innen vor und hinter den Mikrofonen und Veranstalter:innen sollen Farbe bekennen und sich gemeinsam öffentlichkeitswirksam am Weckruf beteiligen, der schließlich den Großteil der reicheren Bevölkerungsschichten erreichen soll. Wie es scheint, liegt der Ursprung der Ini in UK, ebenso wie Extinction Rebellion, die sie auf ihrer Seite verlinkt haben. Neben konkreten Handlungsempfehlungen wie Umstieg auf erneuerbare Energien oder Leitungswasser statt Plastikflaschen, CD-Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen etc. geht es natürlich um das Argumentieren für die dringende Notwendigkeit, den Kurs zu wechseln, um den Klimawandel abzumildern. Dafür können die einzelnen Unterzeichner:innen ihre eigene Reichweite nutzen. Fragt sich einmal mehr in diesen Tagen, ob die laufende Covid-Krise hier eher wie ein Verstärker oder wie eine Bremse wirkt.
Ich bin mir sicher, dass es extrem wichtig ist, eine solche Initiative zu unterstützen, wenn man am eingeübten Kreislauf des Veröffentlichens, des öffentlichen Auftretens, des unbegrenzten Tourens festhalten will. Vielleicht ist es aber auch nur ein kleiner Tropfen auf einen bereits viel zu heißen Stein und ein noch viel radikaleres Umdenken ist gefragt.
Ich glaube, es ist nur ein Anfang. Einer von vielen wichtigen Anfängen! Die Faktoren Teilhabe und Verantwortlichkeit liegen als harter Brocken auf unseren auf der Nordhalbkugel reich gedeckten Tischen. Die Zeiten von Live-Aid-Denken sollten endgültig vorbei sein, es gilt nicht mehr, sich ein grünes oder soziales Mäntelchen umzuhängen und schon ist alles gut. Wer der Initiative „Music Declares Emergency – No Music On A Dead Planet“ beitritt, muss sich daran messen lassen, wie er oder sie sich tatsächlich verhält.
Wenn dabei nicht mehr herauskommt als ein paar öffentliche Aufrufe, Charity-Aktionen, coole T-Shirts und heiße Luft, war es nix.
Ich als „kleiner Fisch“ überlege mir sehr gut, ob ich diese Aktion unterstützen möchte oder nicht. Klar ist nur, dass mein Strom für das Studio seit vielen Jahren von Greenpeace Energy kommt und ich versuche, kein verschwenderisches Leben zu führen. Aber wir – ich rede von meinem privaten Haushalt – haben eine Badewanne und ein Auto und einen großen Hund und ein Netflix-Abo. Irgendwie scheue ich mich da, mir so ein Label umzuhängen, denn das wäre nicht ehrlich.
Andererseits – warum sollten wir uns nicht hinter eine absolut richtige Aussage stellen? Und die kleinen Schritte machen? Warum nicht.

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